Im Mittelpunkt des Abends stand die Präsentation des ersten kommunalen Wärmeplans, der inzwischen auch vom Verbandsgemeinderat beschlossen wurde. Der von der energielenker projects GmbH erarbeitete Plan bildet künftig die strategische Grundlage für eine treibhausgasneutrale, kosteneffiziente und nachhaltige Wärmeversorgung der Verbandsgemeinde Nastätten bis 2040.
Die Bestandsanalyse zeigt: Der überwiegende Teil der Gebäude im Verbandsgemeindegebiet wird derzeit noch mit fossilen Energieträgern, insbesondere Erdgas und Heizöl, versorgt. Gerade die Nutzung von Heizöl verursacht dabei einen besonders hohen CO₂-Ausstoß. Ziel der Wärmeplanung ist es daher, klimafreundlichere Alternativen aufzuzeigen.
Für die weitere Entwicklung wurde das Gebiet der Verbandsgemeinde in insgesamt 44 Teilbereiche untergliedert. Dabei wurden gezielt Schwerpunkte für mögliche zentrale Versorgungsstrukturen identifiziert: In der Ortsgemeinde Strüth wurden Potenziale für die Umsetzung eines Wärmenetzes erkannt, während in der Stadt Nastätten zwei Gebiete für die Verdichtung und Erweiterung bestehender Wärmenetzstrukturen vorgesehen sind. Darüber hinaus wurde das Teilgebiet „Miehlen 2“ als Prüfgebiet für die Nutzung von Abwasserwärme ausgewählt.
Für den Großteil der Verbandsgemeinde zeichnet sich jedoch ein anderes Bild ab: In vielen Bereichen werden auch langfristig dezentrale Lösungen – etwa Wärmepumpen oder andere individuelle Heizsysteme – die zentrale Rolle spielen.
Gemeinsam mit Herrn Kleinhans von energielenker stellte Klimaschutzmanagerin Frau Liebl zudem das neue Online-Tool der kommunalen Wärmeplanung vor. Über die Website der Verbandsgemeinde können Bürgerinnen und Bürger die Ergebnisse digital und interaktiv für Ihre Ortsgemeinde und einzelne Grundstücke abrufen. Anschließend beantworteten sie Fragen zum Planungsprozess und zu den konkreten Auswirkungen der Wärmeplanung.
Trotz des großen Interesses wurde während der Veranstaltung deutlich, dass die kommunale Wärmeplanung für viele Bürgerinnen und Bürger zunächst ein eher abstraktes Thema bleibt. Umso positiver wurde der praxisnahe Beitrag der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz aufgenommen, der unter dem Titel „Welche Heizung passt zu mir?“ konkrete Orientierung für individuelle Entscheidungen bot und weitere Beratungsangebote vorstellte.
Nach den Vorträgen nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit für Fragen und Diskussionen mit den Referenten. Auch an den Messeständen entwickelten sich zahlreiche Gespräche. Neben der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. und der Bürgerenergiegenossenschaft EGOM präsentierten sich regionale Heizungs- und Energieunternehmen mit ihren Angeboten zur regenerativen Energieversorgung und Energieberatung, darunter Niklas Vöelzke Heizung-Sanitär, Elektrotechnik Hermes, MAC Metzler Energietechnik, Melzer Kälte-Klima-Lüftung und Haxel Energiewelten. Auch der Energieversorger Süwag war vertreten.
Die Veranstaltung machte deutlich: Während die kommunale Wärmeplanung den strategischen Rahmen vorgibt, liegt die konkrete Umsetzung der Wärmewende in vielen Fällen bei den Bürgerinnen und Bürgern selbst. Entsprechend wichtig sind verständliche Informationen, individuelle Beratung und der direkte Austausch mit Fachleuten.
Bürgermeister Jens Güllering sprach von einer gelungenen Veranstaltung und lobte insbesondere das Engagement der lokalen Betriebe sich trotz zahlreicher paralleler Termine, wie der Gewerbe- und Handwerksausstellung (GeHa) in Nastätten am Wochenende zuvor, Zeit für den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern genommen zu haben.
Mit dem nun beschlossenen Wärmeplan hat die Verbandsgemeinde Nastätten zudem ihre gesetzliche Pflicht nach dem Wärmeplanungsgesetz erfüllt. Künftig soll der Plan regelmäßig fortgeschrieben werden und als verbindliche Grundlage für weitere Planungen und Maßnahmen dienen.
In den FAQs auf der Website der Verbandsgemeinde Nastätten finden Sie weitere häufig gestellte Fragen zur kommunalen Wärmeplanung.
