Aus der Geschichte


Seit dem Jahr 1972 ist Nastätten Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeindeverwaltung mit ursprünglich 33 und seit 1979 noch 32 Gemeinden.
Die schriftlich überliefert Geschichte von Nastätten beginnt mit der ersten urkundlichen Erwähnung im prümischen Urbar von 893. In jenem Grundbuch des Klosters Prüm waren für "Nasteden" 32 Hufen und 2 Mühlen ausgewiesen - weit mehr als in anderen prümischen Orten auf dem Einrich.
Nastätten gehörte zu dieser Zeit zum Einrichgau, allerdings war es der Abtei Prüm gelungen, ihre Grundherrschaft aus dem Grafschaftsverband zu lösen. Bereits Ende des 11. Jahrhunderts jedoch erlangten die Grafen von Katzenelnbogen die Vogtei über die Herrschaft von Prüm. Nastätten war dann von 1250 bis 1403 zwischen der älteren und der jüngeren Linie dieses Adelsgeschlechtes geteilt. Als das Grafenhaus im Jahr 1479 ausstarb, kam Nastätten an Hessen-Darmstadt, gehörte von 1648-1815 Hessen-Rheinfels-Rotenburg unter Hessen-Kasseler Landeshoheit an, befand sich von 1816 bis 1866 beim Herzogtum Nassau, kam dann zu Preußen und gehört seit 1946 zum Land Rheinland-Pfalz.
Der wechselnde Lauf der Geschichte hat nicht nur Nastätten, sondern auch in dem Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde viele Spuren hinterlassen und das Bild der Menschen geprägt. Gute und schlechte Zeiten, Wachstum und Stillstand, Friedensjahre und zahlreiche Kriege wechselten sich in den vergangenen Jahrhunderten ab.
Das 16. Jahrhundert stand ganz im Zeichen der Reformation, die um 1527/28 in Nastätten eingeführt wurde. Die Einführung des neuen Glaubens war zwar nicht mit besonderen Hindernissen verbunden, führte aber später zu mancherlei Wirren und Kämpfen, unter denen die Bevölkerung zu leiden hatte. Auch der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 brachte in dieser Gegend Plünderungen, Brandschatzungen, Teuerungen und oftmals auch persönliche Verfolgung mit sich. Dieser Krieg trieb Nastätten, das im 16. Jahrhundert insbesondere durch die Wollweberei eine wirtschaftliche Blüte erreicht hatte, an den Rand des Ruins. Dazu kam noch die Pest, die im Jahre 1636 viele Menschenleben im Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde forderte. Auch in den nachfolgenden Kriegen, insbesondere während der französischen Okkupation von 1806 bis 1813, musste die Bevölkerung Einquartierungen, Truppendurchzüge und die damit verbundenen Ausschreitungen über sich ergehen lassen. Dazwischen lagen jedoch immer wieder Zeiten der friedlichen Entwicklung und des Aufbaues.
In Nastätten bahnte sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein Strukturwandel an. Handel und Gewerbe sowie der Arbeitnehmerstand sind heute vorherrschend. Einige Industriebetriebe, leistungsstarke Handwerksfirmen sowie sehr gute Einkaufsmöglichkeiten bestimmen das wirtschaftliche Bild der Stadt Nastätten und der benachbarten Ortsgemeinden. Durch ein vielfältiges Freizeitangebot bestehen in der Verbandsgemeinde Nastätten gute Erholungsmöglichkeiten. Neben gut geführten Hotels, Gaststätten, Privatpensionen und Ferienwohnungen gibt es Bade- und Campingmöglichkeiten, Kneippkuranlagen, Museen, eine Fülle weiterer Sport- und Wandermöglichkeiten sowie beachtliche Sehenswürdigkeiten. Besonders hervorzuheben ist hier das Geburtshaus des am 14.Juni 1832 in Holzhausen geborenen Nicolaus August Otto, der 1867 mit seiner "atmosphärischen Gasmaschine" auf der Weltausstellung in Paris die Goldmedaille erhielt und 1876 den ersten mit Benzin betriebenen Viertaktmotor konstruierte. Der "Ottomotor" verdrängte alle damaligen Motorensystem. Am Grundprinzip der Erfindung wurde bis zum heutigen Tage nichts mehr geändert. Die Verbandsgemeinde Nastätten präsentiert sich heute als ein lebendiges, modernes Gemeinwesen, in dem sich Tradition und Fortschritt harmonisch miteinander verbunden haben. Nastätten selbst ist aufgrund seiner zentralen Lage zu einem Versorgungszentrum für den südlichen Rhein-Lahn-Kreis und die angrenzenden hessischen Gemeinden geworden.

Mit dem Zusammenschluss zur Verbandsgemeinde Nastätten ist die Möglichkeit geschaffen worden, anstehende kommunale Probleme in einem größeren Rahmen zu lösen.

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