Information Starkregenereignisse

„Überschwemmung – damit habe ich nichts zu tun, ich wohne weit genug vom Wasser weg. Mein Haus steht am Hang, da kann ich mir das Hochwasser von oben anschauen.“

Solche Aussagen belegen die trügerische Sicherheit, in der sich manche Anwohner wiegen, jedoch auch Grundstücke, die nicht direkt am Wasser liegen, sind nicht vor Überschwemmung gefeit. Dies zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre, in denen sich heftige Sommergewitter mit großen Regenmengen häufen. Bei solchen Ereignissen scheint das Wasser von überall her zu kommen – aus dem Himmel, von Feldern und Wegen, aus der Kanalisation und aus den sonst so harmlosen und träge fließenden kleinen Bächen. Bei solchen sintflutartigen Regenfällen führt die Unterschätzung der Gefahr in Verbindung mit fehlender Vorsorge zu teils immensen Schäden.

In hügeligem oder bergigem Gelände fließt das Wasser zum großen Teil außerhalb von Gewässern auf der Geländeoberfläche als Sturzflut ab. Solche Sturzfluten verfügen über hohe Strömungskräfte und können große Mengen an Treibgut wie Holz, und erodierte Materialien wie Boden oder Geröll mit sich reißen. Dieses Material sammelt sich an Einläufen, Verrohrungen, Brücken, Stegen, Zäunen oder Rechen. Durch den Rückstau wird das umliegende Gelände überflutet. Es kann zu weiteren schweren Schäden an Gebäuden und Infrastruktur kommen.

Tatsächlich geht inzwischen rund die Hälfte aller Überschwemmungsschäden auf die Folgen von Starkregen zurück. Dass das Thema weiter an Brisanz gewinnt, führen uns die Klimaforscher vor Augen. Für die nächsten Jahrzehnte zeichnet sich eine weitere Zunahme von Starkregenereignissen ab – und das geht uns alle an, auch diejenigen, die nicht direkt am Wasser leben.

Starkregen trifft jeden

Erst Dürre, dann Donnerwetter. Das Klima ändert sich. Die Folge: Kein sanfter Landregen, sondern Wassermassen, die weder Böden noch Kanalisation aufnehmen können.

Verantwortung selbst übernehmen

Ein Unwetter kann jeden treffen. Schnell sind Keller vollgelaufen, Elektrogeräte und Hausrat zerstört oder sogar Gebäude unterspült. Aber soweit muss es nicht kommen. Sie als Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer können vorsorgen durch technischen Objektschutz und finanzielle Absicherung (Versicherungsschutz aktuell?).

  • Kontrollieren Sie den Abwasserkanal im Haus regelmäßig. Lassen Sie bei Bedarf eine Rückstausicherung einbauen.
  • Sorgen Sie in tiefer liegendem Gelände durch ausreichend breite Abfluss-möglichkeiten dafür, dass durch die Terrassentüren kein Wasser in das Haus eindringen kann. Ebenerdige Terrassentüren müssen dicht sein und zusammen mit den Fensterelementen dem Wasserdruck standhalten können.
  • Befreien Sie die Dachrinnen von Laub und Schmutz
  • Kontrollieren Sie Zufahrten von der Straße in tiefer liegende Garagen. Sie sind das Einfallstor von Sturzfluten, die von Straßen herkommen. Schwellen können helfen
  • Leeren Sie vorhandene Sinkkästen auf dem Grundstück – nach Möglichkeit kontrollieren Sie auch die Kästen vor Ihrem Grundstück in der Entwässerungsrinne
  • Mähen und reinigen Sie evtl. an Ihrem Grundstück angrenzende Bachläufe
  • Lagern Sie keinen Rasenschnitt bzw. Grünabfall im Bachlauf oder in Entwässerungsgräben
  • Halten Sie die Entwässerungsgräben des Außengebiets sauber
  • Halten Sie die Straßenabläufe, Durchlässe und Einlaufgitter im Umfeld Ihres Grundstückes zum Selbstschutz frei von Bewuchs und Unrat

Diese Auflistung ist nicht abschließend. Je nach Topographie und Situation vor Ort können weitere Maßnahmen sinnvoll und hilfreich sein.

Befolgen Sie die o. g. Maßnahmen in ihrem eigenen Interesse und im Allgemeininteresse.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Mithilfe.

 

Nastätten, den 07.07.2021

Güllering

Bürgermeister

Reisepässe

Reisepässe

Alle Reisepässe die vor dem 15.06.2021 beantragt wurden, können im Zimmer 021 abgeholt werden...

Wichtige externe Links

Wichtige externe Links